Der letzte Tag einer langen Messe – auch wenn die Füße nicht mehr so recht wollten, sind wir heute noch einmal durch die Haupthallen der Show durchforstet. Einerseits galt es, noch die eine oder andere große Produktpremiere nachzuliefern, andererseits wollten wir dabei auch die Augen nach eher ungewöhnlichen Entdeckungen auf halten. Das haben wir für Sie gefunden:
JVC

Natürlich hatte auch die Victor Company of Japan - bei uns eher unter dem Label JVC bekannt, im allgemeinen 3D-Reigen ein Wörtchen mit zu reden. Dabei setzten die Japaner aber im Gegensatz zu den meisten TV-Herstellern auf eine Lösung mit passiven Polfilter-Brillen. Vorteile dieser Lösung sind etwa die leichteren und deutlich günstigeren Brillen, außerdem kann man diese Brillen sowohl mit 3d-Fernsehern als auch mit 3D-Projektoren nutzen. Außerdem empfinden viele diese Art der dreidimensionlen Darstellung als angenehmer und weniger anstrengend. Beim Einsatz im Fernseher bedeutet das aber nach dem derzeitgen Stand der Technik, dass für jedes Auge nur die halbe FullHD-Auflösung zur Verfügung steht, da die stereoskopischen Bilder sich zeilenweise abwechseln. Aber diesbezüglich ist das Potential sicherlich noch nicht ausgereizt, man muss also die weitere Entwicklugn abwarten.

Auch JVC hat sich mit der 2D/3D-Wandlung in Echtzeit beschäftigt und zeigte am Stand eine entsprechende Demo. Derzeit ist die Technologie allerdings noch in einer externen Box untergebracht, ob und wann sie regulär in TV-Geräten integriert weSharps neue Top-Serie LE920 mit QuadPixel-Technologie stellt laut Hersteller das derzeit Machbare in Sachen Bildqualität dar. In Japan und den USA werden die schlanken Fernseher mit Edge-LEDs ab Mitte Mai verfügbar sein, ein Termin für die Markteinführung in Europa steht noch nicht fest.

Sieht man vom allgegenwärtigen 3D-Brimbamborium ab, waren superschlanke Soundbar-Systeme durchaus ein wiederkehrendes Thema in Las Vegas. Zumindest nach eigenen Angaben hält JVC dabei mit dem TH-BA3 den Titel für die dünnste Lösung seiner Art. In der Tat ist die schmale Lautsprecherleiste wirklich extrem schlank, der sicherlich nötige Subwoofer wird per Funk mit 2,4 GHz-Technik angebunden.
Panasonic

Kaum verwunderlich, dass auch bei Panasonic das 3D-Erlebnis im Vordergrund stand. Und das mit Erfolg, denn an kaum einer Vorführung gab es längere Schlangen. Ob das an der guten Qualität der Demo, der guten Lage des Standes oder sonstigen Maßnahmen zur Aufmerksamkeitssteigerung gelegen hat, sei jetzt einmal dahin gestellt.

Als Vollsortimenter mit einem wichtigen Standbein im professionellen Bereich hat Panasonic sich natürlich auch Gedanken darüber gemacht, wo in Zukunft der ganze 3D-Content herkommen soll. Man stellte deshalb auf der CES einen marktreifen 3D-Camcorder vor, dessen beiden Linsen sich automatisch auf den richtigen WInkel zueinander einstellen und der zwei FullHD-Datenströme parallell aufzeichnet. Das Gerät ist mit einem angepeilten Preis von 21.000 US$ sicher noch weit vom Consumermarkt entfernt, für ein innovatives Profigerät aber fast überraschend günstig.

Auch wenn die hauptsächliche Aufmerksamkeit dieses Jahr definitiv anderen Dingen galt, hat Panasonic es sich nich nehmen lassen, einmal mehr einen wirklich sehr, sehr großen Plasma-TV zu zeigen. Einhundertzweiundfünfzig Zoll in der Bildschirmdiagonale, das sind nicht weniger 3,86 Meter und wahrich beeindruckend.

Und es gibt sie doch: Auch Panasonic wird dem allgemeinen Trend folgend in diesen Jahr LCD-Fernseher mit LEDs als Leuchtmittel anbieten. Man enthält sich allerdings der etwas marktschreierisch verkürzten Bezeichnung "LED TV" und nennt das Ganze korrekt "LED LCD TV". Dabei setzt man im Augenblick ausschließlich auf die Bauweise mit seitlich montierten Leuchtdioden (Edge-LED) um so möglichst flache Geräte zu realisieren.

Den passenden Blu-ray-Player zum 3D-Hype hatte Panasonic mit dem DMP-BDT350 natürlich ebenfalls im Gepäck. Der Player soll zudem auf hervorragende Bild- und Tonqualität optimiert sein und wird über Internet-Zugang per VierraCast verfügen.
Sharp

Dass man bei Fernsehern auch in der zweiten Dimension noch innovative Technik entwickeln kann, bewies Sharp mit der neuen "QuadPixel"-Technologie. Zusätzlich zu den üblichen Pixeln in den Grundfarben Rot, Grün und Blau wird den neuen LCD-Panels dabei pro Bildpunkt ein viertes, gelbes Element hinzugefügt, was sowohl der Farbdarstellung als auch der Helligkeitsausbeute zu Gute kommen soll.

3D gabe es bei Sharp aber natürlich auch zu sehen, unter anderem in Form einer kompletten Serie von 3D-AQUOS-Fernsehern mit eingebautem Blu-ray-Player. Da aber bereits die im letzten Jahr auf der CES vorgestellten Blu-ray/TV-Kombis in Deutschland nie auf den Markt kamen, bleibt es fraglich, ob diese Modelle jemals den Weg nach Europa finden.
Sony

Ebenfalls keine Überraschung bei Sony, 3D war das beherrschende Thema. Allerdings hat es wohl kaum ein anderer Hersteller vermocht, das dreidimensionale Erlebnis zu Hause so umfassend darzustellen. So gehörte eine Vorführungs der stereoskopisch aufgemotzen Woodstock-Aufnahme von Hendrix "Purple Haze" definitiv zu den größten Publikumsmagneten.

Neben verschiedenen Fernsehern, Blu-ray-Playern und Heimkino-Anlagen lag ein Schwerpunkt des Sony-Stands auf dem durch die dritte Dimension gesteigerten Gaming-Erlebnis. Verbunden war das natürlich mit der guten Nachricht, dass die Playstation3 bis zum Sommer 2010 ein kostenloses Firmware-Update erhalten wird, dass Sie sowohl mit Blu-rays als auch mit Spielen 3D-fähig machen soll. Und jeder, der die 3D-Demo des lang erwarteten "Gran Turismo 5" agespielt hat, wird bereits jetzt anfangen, auf einen entsprechenden neuen Fernseher zu sparen.

Sony wäre nicht Sony, wenn man sich nicht auch über den Lifestyle-Aspekt des 3D-Erlebnisses Gedanken machen würde. Dementsprechend plant man, die notwendigen Shutterbrillen im sportliche Design und flotten Farben anzubieten.

Eine volle Breitseite an TV-Premieren hat Sony in Las Vegas ebenfalls abgeschossen: Neben der vier 3D-taugliche Geräte umfassenden LX-Serie mit Edge-LED und MotionFlow 200Hz stellten die Japaner mit der HX-Serie zum ersten Mal auch LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung vor. Als stylische Alternative präsentiert sich die ebenfalls neue NX-Serie, die dank Edge-LEDs extrem flach baut und eine geradezu extravagante Aufstellungslösung bietet.